Schlechter Geruchssinn im Zusammenhang mit Depressionen im späteren Leben

In einer bizarren wissenschaftlichen Studie fanden Forscher einen Zusammenhang zwischen einem verminderten Geruchssinn und einem erhöhten Risiko, im späteren Leben eine Depression zu entwickeln.

Die Studie bestätigt zwar nicht, dass Geruchsverlust direkt zu Depressionen führt, legt aber nahe, dass er als aussagekräftiger Indikator für die allgemeine Gesundheit und das allgemeine Wohlbefinden dienen könnte.

Ein schlechter Geruchssinn wird seit langem mit neurodegenerativen Erkrankungen wie der Alzheimer-Krankheit und der Parkinson-Krankheit in Verbindung gebracht.

Die Studie, veröffentlicht in der Zeitschrift für Gerontologie: Medizinische Wissenschaftenverwendete Daten aus der Health, Aging and Body Composition Study (Health ABC), einer Studie der US-Bundesregierung, die 2.125 in Wohngemeinschaften lebende ältere Erwachsene über einen Zeitraum von acht Jahren beobachtete.

Die Teilnehmer, die zu Beginn der Studie 1997–1998 im Alter von 70 bis 73 Jahren waren, wurden regelmäßig auf ihre Fähigkeit zur Wahrnehmung von Gerüchen, Depressionssymptomen und ihre Mobilität untersucht.

Die Ergebnisse der Untersuchungen zeigten, dass 48 % der Teilnehmer über einen normalen Geruchssinn verfügten, 28 % über einen verminderten Geruchssinn (Hyposmie) und 24 % über einen starken Verlust des Geruchssinns (Anosmie) verfügten.

Im Verlauf der achtjährigen Nachbeobachtungszeit entwickelten 25 % der Teilnehmer erhebliche depressive Symptome, und weitere Analysen zeigten, dass diejenigen mit vermindertem oder erheblichem Geruchsverlust ein höheres Risiko hatten, depressive Symptome zu entwickeln als diejenigen mit normalen Symptomen. Geruchskapazität.

Der Zusammenhang blieb auch nach Berücksichtigung verschiedener Faktoren wie Alter, Einkommen, Lebensstil, Gesundheit und Einnahme von Antidepressiva bestehen.

„Wir haben immer wieder gesehen, dass ein schlechter Geruchssinn ein Vorbote neurodegenerativer Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson sowie ein Sterblichkeitsrisiko sein kann. Diese Studie unterstreicht den Zusammenhang mit depressiven Symptomen“, sagt Professor Vidya Kamath, Hauptautorin der Studie.

„Darüber hinaus untersucht diese Studie Faktoren, die den Zusammenhang zwischen Geruchssinn und Depression beeinflussen können, einschließlich schlechter Wahrnehmung und Entzündung.“

Die Forschung identifizierte außerdem drei „Trajektorien“ der depressiven Symptome in der Studiengruppe: stabile niedrige, stabil moderate und stabil hohe depressive Symptome.

Ein schwächerer Geruchssinn war mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit verbunden, in die mittelschweren oder stark depressiven Symptomcluster zu fallen. Mit anderen Worten: Je schlechter der Geruchssinn einer Person ist, desto stärker sind ihre depressiven Symptome.

„Der Verlust des Geruchssinns beeinflusst viele Aspekte unserer Gesundheit und unseres Verhaltens, etwa das Erkennen verdorbener Lebensmittel oder schädlicher Gase und die Freude am Essen“, sagt Professor Kamath.

„Jetzt können wir sehen, dass dies auch ein wichtiger Anfälligkeitsindikator für etwas in Ihrer Gesundheit sein kann, das schief gelaufen ist. Der Geruchssinn ist eine wichtige Möglichkeit, mit der Welt um uns herum in Kontakt zu treten, und diese Studie zeigt, dass er ein Vorbote der jüngsten Entwicklung sein kann.“ – Beginn einer Depression.

Das Forschungsteam hat mehrere Theorien darüber, warum ein Mangel an Geruchsfähigkeit mit Depressionen im späteren Leben zusammenhängt.

Der menschliche Geruchssinn ist einer von zwei „chemischen Sinnen“ und beruht auf spezialisierten Sinneszellen, den sogenannten Riechneuronen, die sich in der Nase befinden.

Diese Neuronen enthalten Geruchsrezeptoren, die Moleküle erkennen, die von Substanzen in unserer Umgebung freigesetzt werden. Das Gehirn interpretiert diese Signale dann, wobei unterschiedliche Kombinationen von Molekülen zu unterschiedlichen Gerüchen führen.

Von dort aus verarbeitet der Riechkolben des Gehirns Gerüche und interagiert eng mit Strukturen, die für Gedächtnis, Entscheidungsfindung und emotionale Reaktionen verantwortlich sind. In diesem Fall entzieht ein Mangel an Geruch dem Gehirn also eine ganze Reihe externer Informationen, die das Gehirn benötigt, um seine Umgebung richtig einzuordnen.

Diese Studie beleuchtet die Bedeutung des Geruchs bei älteren Menschen und sein Potenzial als Frühwarnzeichen für eine spät einsetzende Depression.

Weitere Forschung ist erforderlich, um die zugrunde liegenden Mechanismen vollständig zu verstehen und Interventionen zu entwickeln, die dazu beitragen können, das Risiko einer Depression in dieser Bevölkerungsgruppe zu verringern.

Wie ist Ihr Geruchssinn heutzutage? Hat es sich mit dem Alter verändert? Lassen Sie es uns im Kommentarbereich unten wissen.

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