Könnten halluzinationsfreie Psychedelika die Zukunft der Behandlung von Depressionen sein?

Psychedelika wie LSD und Psilocin sind bei der Behandlung von Depressionen vielversprechend, aber viele halten die Angst vor Halluzinationen davon ab, diese Methoden überhaupt auszuprobieren. Können antidepressive Wirkungen von Halluzinationen getrennt werden?

Depressionen sind eines der häufigsten psychischen Probleme, mit denen Menschen konfrontiert sind, und treten besonders häufig bei älteren Australiern auf, wobei mehr als jeder zehnte ältere Mensch an dieser Krankheit leidet.

Glücklicherweise gibt es viele verschiedene medikamentöse Möglichkeiten zur Behandlung von Depressionen, aber leider wirken sie nicht bei jedem.

Die Resistenz gegen traditionellere Antidepressiva wie selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRIs) veranlasste Forscher, andere Therapiemöglichkeiten zu erkunden, was die Forschung in Richtung Psychedelika trieb.

Es hat sich gezeigt, dass die am häufigsten verwendeten psychedelischen Freizeitverbindungen sehr wirksam bei der Linderung depressiver Symptome sind, aber sie haben offensichtlich einen Haken.

Wie der Name schon sagt, können Psychedelika bei Konsumenten starke Halluzinationen hervorrufen, die für manche äußerst belastend sein können. Es ist eindeutig kontraproduktiv.

Daher machte sich ein Forscherteam der Universität Helsinki daran, herauszufinden, ob die antidepressive Wirkung von Psychedelika von Halluzinationen getrennt werden kann.

In ihrer in der Zeitschrift veröffentlichten Studie Natürliche NeurowissenschaftenDas Team untersuchte zunächst, ob es sich bei der antidepressiven Wirkung und der halluzinogenen Wirkung tatsächlich um zwei getrennte Wirkungen und nicht um zwei Seiten derselben Medaille handelte.

Das Team erfuhr, dass Psychedelika depressive Symptome reduzieren, indem sie sich an das TrkB-Protein im Gehirn binden, was wiederum die Produktion des aus dem Gehirn stammenden neurotrophen Faktors (BDNF) fördert – einer Substanz, die die „Plastizität“ Ihres Körpers erhöht Fähigkeit, neue Verbindungen zwischen Neuronen herzustellen.

Einfach ausgedrückt: Je mehr Verbindungen Ihr Gehirn herstellen kann, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie depressive Symptome haben.

Darüber hinaus bestätigten die Forscher, dass ein anderer Mechanismus für die antidepressive und halluzinogene Wirkung verantwortlich war.

Um herauszufinden, ob die halluzinogenen Wirkungen blockiert werden können, experimentierte das Team an einer Gruppe von Mäusen. Zunächst konditionierte das Team die Mäuse darauf, Angst davor zu haben, von Wissenschaftlern getreten zu werden – und nutzte dies, um ihre Depressionssymptome zu messen.

Nach dieser Konditionierung wurden die Mäuse in eine Kontrollgruppe und eine Behandlungsgruppe aufgeteilt. Anschließend verabreichten sie der Behandlungsgruppe LSD mit einem Serotonin-2A-Blocker und versuchten, die konditionierten Mäuse wieder dazu zu bringen, keine Angst vor Fußstichen zu haben.

Sie haben zwei Dinge gelernt. Erstens, dass die LSD-Dosis die Angst vor den Briefmarken in der Behandlungsgruppe auf ein geringeres Niveau reduzierte als in der Kontrollgruppe.

Zweitens, dass die Nervenbahnen, die die Symptome einer Depression steuern, von denen, die Halluzinationen verursachen, getrennt und verschieden sind.

Obwohl die Studie noch keine halluzinationsfreien Psychedelika hervorgebracht hat, hoffen die Forscher, dass diese Demonstration noch mehr Forschung zu diesem Thema anregen wird.

Anfang dieses Jahres genehmigte die Therapeutic Goods Administration (TGA) die Verschreibung der Psychedelika Psilocybin (in „Zauberpilzen“ enthalten) und MDMA (in „Ecstasy“ enthalten) durch zugelassene Psychiater zur Behandlung von Depressionen.

Haben Sie jemals unter Depressionen gelitten? Würden Sie die Verwendung eines Psychedelikums in Betracht ziehen? Teilen Sie uns Ihre Meinung im Kommentarbereich unten mit.

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